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KOMMENTAR



''SCIENTOLOGY'S BERECHTIGTE ANKLAGE GEGEN DEUTSCHLAND'' --New York Times--Artikel von Richard Cohen


Richard Cohen ist ein renommierter amerikanischer Journalist und bekannter jüdischer Autor. Seine folgende Kolumne erschien in der Washington Post, der New Work Times und anderen großen Tageszeitungen auf der ganzen Welt. Auch wenn dieser Beitrag nicht 100%ig die Sichtweise von Freiheit widerspiegelt, vermittelt er doch einen guten Eindruck davon, wie das Ausland die Aktionen einiger deutscher Politiker beurteilt. Er wird hier mit Genehmigung des Verfassers abgedruckt.



 E in Bekenntnis vorweg: Ich weiß nicht genau, was ein Scientologe ist. Ich weiß, Tom Cruise ist einer und auch John Travolta, aber auch das weiß ich nur deshalb, weil in Deutschland zum Boykott gegen die Filme dieser beiden Schauspieler aufgerufen wurde. Scientology mag eine merkwürdige Religion sein, aber die deutsche Reaktion darauf ist noch merkwürdiger - um nicht zu sagen beunruhigend.

     In Bayern müssen Bewerber für den öffentlichen Dienst erklären, ob sie Scientologen sind; sind sie es, dann ist es wahrscheinlich, daß sie den Job nicht bekommen. Das von einer liberaleren Partei regierte Hessen betreibt eine ähnliche Politik und Kanzler Kohls Christdemokraten haben denselben Weg eingeschlagen. Die Partei hat eine Resolution verabschiedet, die besagt: „Eine Mitgliedschaft in der Scientology Organisation ist mit einer Anstellung im öffentlichen Dienst nicht vereinbar“, und sie hat darauf gedrängt, die Kirche vom Verfassungsschutz beobachten zu lassen.

 Aber wie dem auch sei, es ist besorgniserregend, daß Deutsche wieder einmal eine an den Rand gedrängte Gruppierung so behandeln, als stünde sie außerhalb  der deutschen  Gesellschaft...''      So, als ob niemand von selbst darauf kommen würde, haben die Scientologen kürzlich eine ganzseitige Anzeige in der New York Times veröffentlicht, in der sie einen abstoßenden Vergleich mit dem Holocaust ziehen.

     In Deutschland wird Scientology nicht als Religion betrachtet, sondern als „Jugendsekte“, die ihren Mitgliedern das Geld aus der Tasche zieht. Als solcher wird ihr nicht gewährt, was in einem Regierungspapier als „besondere Privilegien“ bezeichnet wird, die einer Religionsgemeinschaft zustehen, und die beträchtlich sein können. Der Staat kann für bestimmte Religionen - Protestanten, Katholiken und Juden - die Steuern einziehen. Das trifft auf keine andere Religion zu.

     Damit hat Deutschland ganz gewiß nicht die in Amerika übliche „Mauer“ zwischen Kirche und Staat, aber Amerika hat auch nicht die Erfahrungen, die Deutschland hat. Nicht wenige Deutsche betrachten die Nazis als einen Kult, dem es gelungen war, die Macht über das Land an sich zu reißen, und der aus einer chaotischen Demokratie einen furchterregend effektiven, kriminellen Staat gemacht hat. Das ist eine seltsame Auffassung über die Entstehung der Nazi-Ära, aber eine, die offensichtlich viele Deutsche glauben.

     Aber wie dem auch sei, es ist besorgniserregend, daß Deutsche wieder einmal eine an den Rand gedrängte Gruppierung so behandeln, als stünde sie außerhalb der deutschen Gesellschaft, ob es nun eine Religion, eine Sekte oder - wie behauptet - ein Wirtschaftsunternehmen ist. Deutschland möchte gerne als normale Nation behandelt werden. Leider aber hat Deutschland keine normale Vergangenheit.

     Zufällig enthalten zwei renommierte Publikationen - „Foreign Affairs“ und „New York Review of Books“ - in ihren jüngsten Ausgaben wichtige Artikel über Deutschland. Zwei Beiträge beschäftigen sich mit einem kürzliche erschienen Buch über den Holocaust, Daniel Goldhagens kontroverses „Hitlers willige Vollstrecker“, während ein dritter über die „Rechtsbewegung vieler deutscher Intellektueller“ berichtet.

     Goldhagen argumentiert, daß der Holocaust das Ergebnis eines einzigartigen und außerordentlich bösartigen deutschen Antisemitismus war, den er als „exterministisch“ bezeichnet. Das Buch ist überaus fehlerhaft, aber wie Josef Joffe in der „New York Review of Books“ schreibt, „es räumt mit der sorgfältigen Unterscheidung zwischen ,bösen Nazis’ und ,normalen Deutschen’ auf“ - wo der Normale doch so bereitwillig mordet, daß das Wort „böse“ jegliche Bedeutung verliert. Überraschenderweise ging das Buch in Deutschland gut, trotz eines allgemeinen Verrisses der Kritiker.

     Ob mit Absicht oder nicht, Goldhagen hat die Vorstellung wiederbelebt, daß die Deutschen etwas unauslöschlich Gespenstisches an sich hätten - ein Gen in der Kultur, das Außenstehende nicht entdecken können und das von Generation zu Generation weitergegeben wird. Ich habe mich diesem Glauben niemals angeschlossen, sondern war tatsächlich immer davon überzeugt, daß Demokratie und Toleranz in Deutschland - wenn auch verspätet - tiefe Wurzeln geschlagen haben. Die Geschichte wird sich in Deutschland nicht wiederholen.

     Aber der Umgang mit Scientologen ist so unerklärlich wie besorgniserregend. Er geschieht in einer Zeit, in der die politische Rechtsbewegung in Deutschland mit neuer intellektueller Energie versorgt wird und entschlossen versucht, die Geschichte umzuschreiben, wobei sie in einigen Fällen sowohl die Aggressivität der Nazi-Ära als auch den Holocaust herunterspielt. Da drängt sich die Frage auf, was geschehen wird, wenn - was im Augenblick unvermeidlich erscheint - sowohl die Regierung als auch die Industrie die Sozialleistungen verringern müssen und damit kurzfristig den Lebensstandard nach unten schrauben.

     Deutschlands Umgang mit seinen Scientologen ist keineswegs beruhigend. Ganze 30000 gibt es in Deutschland (nicht, daß es etwas ausmachen würde, wenn es mehr wären) und sie stellen kaum eine Bedrohung für den Staat dar. Sie sollten nicht wie Straftäter behandelt werden, solange sie keine Straftaten begehen.Ende


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